In diese Rubrik könnt ihr mystische, liebliche, bewegende oder verzaubernde Gedichte oder sonstige Texte über unsere Natur schreiben. Ob eigens verfasst oder gefunden — lasst eurer Phantasie freien Lauf und schickt uns die Ergebnisse. Vielleicht gibt es ja auch mal Gelegenheit, sie vorzutragen?

Herbst

Ich seh im Spiegel, wie die Blätter fallen und meine Borke sich zusammenzieht. Ist das der Herbst und war das jetzt schon alles? Und wen wärmt meine Sonne, wenn sie von hier flieht? Als ich mein Haar dem Sommerwind vermachte

Douglastanne

Aufgesprungen Blutbesudelt Klaffen deine Rindenwunden Zwischen luftig-leichter Haut Und Jahr für Jahr erscheinen neue Platzen alte weiter auf. So verewigt sich das Leben Auf unsren Körpern, unsren Zügen, Zeichnet auf erst weiße Leinwand täglich neue Farben, Falten. Wunden lassen Narben

MoorMorgen

Foto: Radomił Binek

Gelenkt auf feuchte Erd´ den Schritt / Umhüllt mich schaurig, Tritt um Tritt, / Die irre Stille einer Gruft. / Voll Schwefeldämpfe steht die Luft.