Flüsse ohne Grenzen – Finowkanal für Wanderfische öffnen!

Die 3-teilige internationale Paddeltour zum Jahr der Oder “Flüsse Ohne Grenzen” begann am 18. Mai auf der Neiße in Tschechien. Einen Tag später zu Pfingsten sind wir in Eberswalde gestartet. Unser Tour führte den Finowkanal und die Alten Oder entlang nach Bad Freienwalde. Unsere Boote haben wir uns bei Biberfloss geliehen, die uns wegen unseren guten Absichten einen Rabatt gewährt haben. Unseren Fototermin mit der MOZ konnten wir gerade zu einhalten. Banner entrollt und dann ging es endlich los. Ob der Fotograf die Botschaft des Banners richtig verstand? Finowkanal ohne Grenzen – wo sind hier Grenzen? Heißt das ohne Schleusen? Nein, man muss die klein geschriebene Unterüberschrift lesen: Durchgängigkeit für wandernde Fische, also Barrierefreiheit für Fische. Fische brauchen Strömung zur Orientierung, deshalb benutzen sie nicht die Schleusen. An gestauten Flüssen wie dem Finowkanall benutzen sie Umgehungsgerinne, also Fischtreppen. Gleich trafen wir auf das erste Hindernis – die Stadtschleuse. Dank des Schleusers und der weiteren Schleuser, die 4 Mal für uns die Schleusen bedienten, kamen wir weiter und mussten nicht die voll beladenen Boote umtragen. Am ersten Tag waren die Boote voll besetzt. An der Ragöser Schleuse kam noch der Ofen und unser Trinkwasser für 3 Tage dazu – nun waren wir eine Konvoi aus Transportbooten. In Niederfinow sind wir angelandet und haben Angler getroffen. Sie haben uns erzählt was sie fangen: Wels, Zander, Karpfen und Köderfische. Mit den Köderfischen angeln sie morgens zwischen 4 und 7 Raubfische. Erst waren die mäßig begeistert von der Pfandfinder-Atmosphäre, die von uns ausging. Dann haben sie jedoch erkannt, dass wir für mehr Fische paddeln und wir im Grunde das selbe wollen. Angler sind nur meistens nicht so gesprächig. Am Morgen liegt das Finowtal und das Niederoderbruch im Nebel und der Kanal dampft.

Start mit Banner und Presse

Start mit Banner und Presse

Abendessen Vorbereitungen

Abendessen Vorbereitungen

magische Morgenstimmung in unserem Camp :)

magische Morgenstimmung in unserem Camp :)

Den zweiten Tag sind wir über den Oderberger See nach Oderberg gepaddelt, unterwegs trafen wir viele Paddler, die uns entgegen kamen. Auf dem Finowkanal hat uns die gesamte Zeit nur 1-2 Motorboote überholt, darüber freut man sich als Paddelbootfahrer. Ein Bewerbung des Finowkanals als tolles Sportbootrevier, wie es die “Freunde des Finowkanals” sich wünschen, widerspricht sich mit der Ruhe, die Paddelbootfahrer dort suchen. Außerdem reicht das Wasser im Finowkanal nur für begrenzt viele Schleusungen, wenn man bedenkt, dass die Fischtreppen auch Wasser benötigen. Die Alte Oder war an diesem Wochenende aber auch kaum befahren. Wir zelteten auf dem Wasserwanderplatz Oderberg. Eine günstige und sehr empfehlenswerte Adresse. Es gibt ein Klohaus, einen Unterstand und eine Lagerfeuerstelle. Die Betreiber wollen hier keinen Profit machen, sondern den Platz erhalten. Zu unserem Gepäck zählte auch eine Trommel und eine Gitarre, so gab es auch Musik am Abend.

Toter Biber, einer von dreien

Toter Biber, einer von dreien

Mittagszeit. Der Pfeil zeigt unsere Richtung an

Mittagszeit. Der Pfeil zeigt unsere Richtung an

Oderberg ist schön gelegen

Oderberg ist schön gelegen

Den dritten Tag haben wir uns etwas mehr vorgenommen, deshalb sind wir “schon” um 10:00 gestartet. Ein Stück wieder zurück und dann in die Alte Oder rein – stromaufwärts. Klingt hart, aber die Alte Oder hat kein Oderwasser mehr, sie entwässert nur das Oderbruch, somit steht das Wasser in ihr eher. Strömung konnte nur anhand der Neigung der Wasserpflanzen erkannt werden. Unterwegs sind wir in Bralitz an einer modernen Gewächshausanlage vorbeigekommen. Dieses Riesengewächshaus erinnerte eher an eine Industrieanlage, so sieht regionales Oderbruchgemüse in der Landschaft aus! Ist das unsere Zukunft? Unsere Mittagspause haben wir am dem Anlegesteg von OderTours in Bralitz gemacht. Das Areal ist stilvoll gestaltet, bietet eine komplette Infrastruktur, macht allerdings den Eindruck von einer großen Investition, die gerade aus dem Boden gestampft wurde. Die Preise für die Bootsausleihe sind gepfeffert. Auf unserer Weiterfahrt mussten wir uns an einer Gabelung für einen Weg entscheiden. Legal die Alte Oder weiter oder halblegal den Bad Freienwalder Landgraben. Das Wasser aus dem Landgraben war viel klarer, wir fuhren dort lang. Alle waren wir von der üppigen Unterwasserflora begeistert. Hunderte Fische schwammen in Schwärmen dazwischen. Sumpfkresse und Wasserfeder blühten am Ufer. Der Bad Freienwalder Landgraben ist ein Oder Altarm, der das Wasser der Entwässerungswasser des Niederoderbruchs auffängt. Somit ist das Wasser sehr nährstoffreich, was zu diesem üppigen Pflanzenwachstum führt. Weil dort keine Motorboote fahren dürfen, werden die Sedimente nicht aufgewürbelt und das Wasser ist bleibt klarer. Hier sieht man sehr gut, welche Bedeutung Altarme für die Fisch-Reproduktion haben. Es war wie ein Aquarium! Um so wichtiger, dass die Fischtreppe an der Schleuse in Hohensaaten in Ordnung gebracht wird, damit die Fische aus der Oder diese Altarme zum Laichen nutzen können. Kurz vor Bad Freienwalde nahmen die Algenmatten zu und man fand auch viel Müll. Wenn es nicht zu viel oder zu schwer war, haben wir den Müll eingesammelt. Leider haben wir insgesamt 3 tote Biber entdeckt. Diese hohe Zahl lässt annehmen, dass sie nicht eines natürlichen Todes gestorben sind.

Chillout

Chillout

Einfahrt in die Alte Oder

Einfahrt in die Alte Oder

Hottonia palustris, die Wasserfeder, sehr viel im Bad Freienwalder Landgraben

Hottonia palustris, die Wasserfeder, sehr viel im Bad Freienwalder Landgraben

Angekommen am Ziel und braun gebrannt haben wir noch ein Gruppenfoto mit den Bannern gemacht. Es gab viel positive Rückmeldung, es hat wirklich allen sehr gut gefallen und wir wollen mehr davon. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! :)

Hier ein paar Fotos von der Tour auf der Neiße:

Banner von RT-ON: Wasser, Sonne und Lebensmittel sind mit Kohle nicht zu ersetzen!

Banner von RT-ON: Wasser, Sonne und Lebensmittel sind mit Kohle nicht zu ersetzen!

Greenpace hat auch teilgenommen

Greenpace hat auch teilgenommen

Kasia, die Organisatorin!

Kasia, die Organisatorin!

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