Bahnhofsinsel: Wie geht es weiter?

Nach einigen Diskussionen und der Auswertung des nachgereichten Modells von Jan Weber hat sich die Koordinierungsgruppe darauf verständigt, sowohl das in der Umfrage bestplatzierte Modell Stadt­­­‐wandel als auch die Konzepte einer sternförmigen Gestaltung aus den Entwürfen Blätter­­­‐viel­­­‐falt und Wurzel­­­‐stern weiterzuentwickeln und in etwa einem Monat erneut zu diskutieren.

Diese drei Modelle zeigen, welche Ideen beim Publikum am beliebtesten sind. Dass wir das erstplatzierte Modell nicht einfach übernehmen, liegt, wie schon gesagt, daran, dass es in seiner gegenwärtigen Form nicht umsetzbar ist, andererseits auch daran, dass die Entscheidung recht knapp war; den Ausschlag für die Platzierung von „Stadtwandel“ hat wohl eine E-Mail-Kampagne der Gruppe wandelBar vom 15. Mai gegeben:

Es ist natürlich legitim, für seine Ideen zu werben, aber die Umfrage ist nur ein Teil der Entscheidungsfindung, vor allem deshalb, weil keine noch so große Anzahl von Stimmen geeignet ist, Probleme zu lösen, die ein Entwurf eventuell mit sich bringt. Wir hätten die Probleme vor der Abstimmung klären müssen, das war unser Fehler. Wichtiger sind aber jetzt konkrete Diskussionsbeiträge, die das Für und Wider bestimmter Konzepte erörtern und sich auch mit den Ideen der anderen auseinandersetzen. Dazu rufen wir auch Sie auf. Beteiligen Sie sich weiter — mit Kommentaren oder eigenen Grundrisszeichnungen.

Es geht jetzt vor allem darum, Baum, Beete und Bänke in ein sinnvolles Verhältnis zu bringen — unter Berücksichtigung des Leitungsverlaufs, der nicht jede beliebige Anordnung zulässt. Dazu haben wir auf unserer Download-Seite neue Gestaltungsvorlagen für Computergrafik bereitgestellt, in die Sie mit einem Bildbearbeitungsprogramm (GIMP oder Photoshop) Ihre Vorstellungen vom Grundriss der Bahnhofsinsel einzeichnen und uns schicken können. Orientieren Sie sich dabei an den drei bestplatzierten Entwürfen.

Als Richtlinien für die weitere Gestaltung hat die Koordinierungsgruppe außerdem formuliert:

  1. Die Anlage soll einen geschützten Raum schaffen, der nach innen gerichtet ist. Dies bezieht sich vor allem auf die Orientierung der Sitzgelegenheiten (zum Solitärbaum als zentralem Punkt hin).
  2. Wegen des Leitungsverlaufs muss der Solitärbaum etwa in der Mitte der Anlage stehen; die Anlage soll sich in ihrer Gestaltung auf den Baum beziehen.
  3. Die Anlage soll „bespielbar“ sein, d.h. sie soll Elemente enthalten, die zum Klettern und Spielen genutzt werden können. Sie soll aber kein reiner Spielplatz werden.
  4. Ein Schriftzug „Eberswalde“ sowie Informationen zur Stadt sollen in geeigneter Form integriert werden.
  5. Eine Eber-Skulptur und eine Uhr in der südöstlichen Ecke des beplanbaren Bereichs können aufgestellt werden, wenn sie finanzierbar sind.
  6. Eine Handpumpe, ggf. mit einem kleinen Wasserspiel, soll es ermöglichen, vor Ort Wasser zu fördern, das auch zur Bewässerung des Baums verwendet werden kann.

Problematisch an den laut Umfrage besten drei Entwürfen ist nach Meinung der Koordinierungsgruppe Folgendes:

Stadtwandel
  • zu abgeschlossen (Petra Fritze)
  • Eingang am Taxihalteplatz ist unattraktiv und müsste verlegt werden (Daniel Fuchs)
  • zu starker Kontrast der unregelmäßigen Form zur geometrisch strengen Platzgestaltung (Petra Fritze)
  • Baum steht direkt auf Elektroleitung, Baumstandort müsste verlegt werden (Daniel Fuchs)
  • Gänge und Räume sind evtl. zu eng, um von mehreren Personen gleichzeitig genutzt zu werden; die Enge könnte Besucher abschrecken (Daniel Fuchs)
  • zu hoher Pflegeaufwand für die ausgedehnten Beete, eine Lösung mit weniger Vegetation könnte für den Bahnhofsvorplatz angemessener sein; das Konzept eines Gemeinschaftsgartens scheint an dieser Stelle weniger geeignet (Petra Fritze).
Blättervielfalt
  • die Fertigung der Blätter aus Holz könnte sehr teuer werden (Daniel Fuchs)
Wurzelstern
  • die streng rotationssymmetrische Form tritt nur im Luftbild hervor; vom Standort auf dem Platz aus wäre es sinnvoller, die Form dem Umfeld anzupassen und Unregelmäßigkeiten in Kauf zu nehmen (Daniel Fuchs)

Das sind die Meinungen derjenigen, die zum Treffen am 19. Mai anwesend waren. Sie dürfen mitdiskutieren!

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2 Kommentare zu „Bahnhofsinsel: Wie geht es weiter?

  1. Bitte !!!!!!!!!! keinen Eber und sonstige Sachen die es woanders bereits gibt. Weltoffen und modern – weg vom oft praktizierten provinziellen Baustil. Warum nur ein Baum ? Warum immer wieder einheimische Arten, die an jeder Ecke stehen ? Anders Bauen kostet viel und der Aufwand hinterher ist groß ? Dann lieber garnicht. Eberswalde braucht mehr Mut.

    Riccardo Sandow

    • Hallo Herr Sandow,

      eine Ihrer Fragen kann ich beantworten: Warum nur ein Baum? Weil unter dem Platz überall Leitungen verlaufen, die nicht viel Raum für Baumwurzeln lassen. Ein ausgewachsener Baum hat einen Wurzelbereich von ca. 10m Durchmesser. Natürlich gibt es viele Straßenbäume, die mit ihren Wurzeln um Leitungen herumwachsen dürfen, aber der Deal ist, dass die Bäume gefällt werden, sobald Reparaturen nötig sind, und das wäre in unserem Fall sehr schade.

      Über die Baumart ist noch nicht entschieden, es haben sich nur viele Beteiligte für eine Eiche ausgesprochen. Das ist Geschmackssache, obwohl auch die Standortbedingungen (sandiger, trockener Boden) eine Rolle spielen. Die sprechen allerdings eher für “exotische” Arten z.B. aus Asien oder dem Mittelmeerraum, weil diese i.Allg. resistenter gegen Trockenheit sind.

      Ansonsten sollten Sie genauer erklären, was Sie unter “weltoffen und modern” verstehen. Schauen Sie mal auf unsere Download-Seite. Sie können gern mit Hilfe der Gestaltungsvorlagen etwas zeichnen oder einen Text schreiben und an ed.ee1511607932nh@su1511607932nla1511607932 schicken, den wir dann als Beitrag veröffentlichen würden. Natürlich haben inzwischen schon viele Menschen konkrete Beiträge geleistet, und deren Stimme hat für uns Gewicht, eben weil sie sich Gedanken und Arbeit gemacht haben. Aber das können ja auch Sie tun! Das Prinzip bei uns ist “Wer sich einbringt und Gedanken und Zeit investiert (ohne das geht es nicht), wird gehört.”